Mountainbiken in Indonesien? In einem Bikepark? Ja, das ist möglich und macht richtig Laune! Der Bikepark ist wirklich ein absoluter Geheimtipp für Mountainbiker. Der Ausflug zum Bikepark war ein Abenteuer und ein bisschen anders, als wir Europäer das kennen.

Bali Bikepark
Bali Bikepark rocks

 

Insgesamt 6 Wochen bin ich durch Indonesien gereist, einmal quer durch Java, über die Komodo Inseln nach Labuan Bajo zum Tauchen. Von dort ging es zurück nach Bali für insgesamt 5 Tage, weil ich von Denpasar zurück nach Hause geflogen bin. Die 5 Tage wollte ich nutzen, um Bali zu erkunden.

Zum Glück hatte ich schon vor meiner Reise nach Indonesien von dem Bikepark gelesen und habe mich auf Bali dann auf die Suche gemacht. In Canggu habe ich im Oceanhub Hostel übernachtet. Das Hostel ist wirklich sehr schön, familär und super zentral gelegen. Für die Übernachtung habe ich 7 Euro in einem Dorm, dass ich ganz alleine genutzt habe, bezahlt.

Von Canggu habe ich mit meinem gemieteten Roller ungefähr 2 Stunden nach Bedugul gebraucht. Die Fahrt war wirklich der Horror, weil es ständig geschüttet hat und ich total durchnässt war und mir dann richtig kalt geworden ist. Je länger ich gefahren bin, desto höher bin ich gekommen und es ist noch kälter geworden…

Ich hatte mir in der Nähe des Bikeparks eine Unterkunft gesucht, weil ich den ganzen Tag zum biken nutzen wollte. Gelandet bin ich in der Villa Kayu I Gusti und es war der absolute Traum! Auch hier war ich wieder alleine. Die Anlage ist sehr schön und mein Zimmer war der Traum. Für indonesische Verhältnisse habe ich dafür ein Vermögen ausgegeben, nämlich 16 Euro.

Abends bin ich dann nochmal „ins Dorf“, um etwas zu essen zu holen. Wie für Indonesien typisch, gibt es immer so „Fressmeilen“ mit den mobilen Essenswägen. Da habe ich mich erstmal eingedeckt. Wie so oft hatte ich keine Ahnung was ich bekomme, denn keiner hat nur ein Wort Englisch gesprochen. Im ganzen Dorf war ich die einzige Touristin und eine Attraktion für die Einheimischen. Und alle waren super nett und freundlich und wollten mit mir sprechen – was natürlich schwierig war. Aber mit Händen und Füßen haben wir irgendwie kommuniziert. Und genau das liebe ich am Reisen!

Frühstück Bali
Mein Frühstück in der Unterkunft

 

Nach einer entspannten Nacht ging es dann für mich morgens zum Bikepark. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber erstaunt war ich dann doch. Die Bikepark-Station ist einfach ein Gebäude mit einem offenen, fast leeren Raum. Außer ein Bild an der Wand und ein paar MTB-Sticker erinnert einen nicht viel an einen Bikepark. Und kein Mensch zu sehen. Ich musste erst einmal nach jemanden suchen, der mir helfen kann.

Bali Bike Park

Als ich jemanden gefunden hatte, haben wir soweit alles besprochen und mir wurde das Leih-Bike gebracht, ein Giant Reign.

Und ich hatte auch erwartet, dass wenigstens noch ein anderer Gast da ist. Aber nein – ich war der einzige Gast und sollte es für den restlichen Tag bleiben.

Aber umso besser: Denn so hatte ich meinen Guide ganz für mich alleine. Der Bikepark wird nur von 2 Personen betrieben: Der Bike-Guide und der Shuttle-Fahrer.

Und dann ging es auch schon los. So abenteuerlich bin ich noch nie geshuttelt. Über Stock und Stein ging es die schlechte Straße hoch zum Start der Trails und des Parks.

 

Es ist wirklich ein Abenteuer und ein absolutes Erlebnis, in einem Dschungel zu biken. Die Trails sind super gepflegt und es ist für jeden etwas dabei. Sprünge, Drops, Anlieger…

Das ich genau die Regenzeit für meine Indonesien-Reise ausgewählt habe, habe ich die Wochen zuvor schon erfahren dürfen. Und zuletzt ja auch dem nassen und kalten Weg in die Berge zum Bikepark. Aber auch im Laufe des Tages wurde der Regen viel schlimmer. Die ganzen Trails sind nur noch aus einer einzigen matschigen Schlammfläche bestanden.

Je schlimmer der Regen wurde (teilweise sind wir durch 20 cm tiefes Wasser gefahren), desto rutschiger wurden die Trails. Stellen, die ich vorher ohne Probleme gefahren bin, haben mir dann panisch gemacht. Und je panischer ich wurde, desto mehr habe ich an den unmöglichsten Stellen gebremst. Und wie jeder weiß: Wer bremst, verliert. Eine der Grundsätze beim biken: Wenn man Angst hat, am besten die Bremsen los lassen und einfach durch. Aber da hat mein Kopf (wie so oft), nicht mitgemacht und dann sollte es nicht anders sein, ich habe gebremst und mich hat es gelegt. Es ist nichts schlimmes passiert, nur ein paar Schürfwunden. Aber danach war ich dann zu verängstigt, sodass ich dann nicht mehr fahren wollte. Aber nachdem wir schon davor ohne Pause einen Trail nach dem anderen gefahren sind, hat es dann auch einfach gereicht.

Als wir dann die Bikes und auch uns selbst komplett in Klamotten mit Wasser abgespritzt haben, fragt mich mein Guide, warum ich an der Stirn blute.. Da hat sich doch tatsächlich ein Blutegel auf meine Stirn gesaugt! Und einige waren auf meinem Schuh und wollten sich wohl den Weg zu meinem Beinen bahnen…

Mein Fazit:

Wenn du ein Mountainbike-Freak bist und du bist auf Bali, dann musst du den Bikepark auf jeden Fall auschecken. Es ist kein günstigstes Vergnügen, dass soll gesagt sein, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Wann kommt man sonst in den Genuss, in einem Dschungel auf super angelegten Trails heizen zu können?

 

Meine Tipps:

  • Achtung vor Blutegel
  • Nicht in der Regenzeit biken
  • Bargeld mitnehmen, keine Kartenzahlung möglich ... aber die Jungs fahren dich auch gerne zum nächsten Geldautomaten 😉

Sonstige Infos:

Website für weiter Infos und Anfahrt: www.balibikepark.com

Leih-Bike: Giant Reign Enduro 27,5

Bikepark Tagesticket: ca. 37 USD (ca. 30 Euro)
Kosten Leih-Bike: für ca. 30 USD (ca. 25 Euro)
Bike und Ausrüstung Versicherung: ca. 14 USD (ca. 12 Euro)

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